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Gleichstellungspreis 2009

v. li n. re.: Vizepräsidentin Prof. Johanna Haberer, Preisträger Prof. Dr. med Michael Uder, Prof. Dr. Martina Steul-Fischer (stellv. für den Fachbereich Wirtschaftswissenschaften), Rektor Karl-Dieter Grüske
(Foto: Pressestelle der Universität)

 

Der Renate-Wittern-Sterzel-Preis wurde im Jahr 2009 geteilt. Ausgezeichnet wurde zum einen der Direktor des Instituts für Diagnostische Radiologie, Herr Prof. Dr. med Michael Uder und zum anderen der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.

Herr Prof. Uder entwickelte mehrere innovative - für die gesamte Universität und das Universitätsklinikum Beispiel gebende - sehr flexible, wirksame und überzeugende Arbeitszeitmodelle, die eindrucksvoll und zukunftsweisend zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie im Beruf beitragen. So ermöglicht er in seiner Abteilung den MitarbeiterInnen mit Kindern, während der Schulzeit Arbeitsstunden auf einem virtuellen Arbeitszeitkonto anzuhäufen, wodurch diese große Teile der Schulferien für die Betreuung der Kinder frei nehmen können. Teilzeitkräfte haben zudem die Möglichkeit, die Tagesarbeitszeit an vier Tagen zu erhöhen, um einen Tag die Woche frei zu nehmen, was wiederum die Kosten für eine Kinderbetreuung erheblich reduzieren kann. Zudem besteht bei Erwerbstätigkeit während der Elternzeit das Angebot, die Arbeitszeiten flexibel einzuteilen (nur Nachtdienst, Verlegung der Arbeitszeit auf einen einzigen Wochentag bzw. Anpassung des Arbeitsbeginn an die Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen). Dieses ausgesprochen frauen- und familienfreundliche Konzept entspricht in vorbildlicher Weise dem Leitbild der Universität in Bezug auf Balance von Beruf und Familie und den im Rahmen des audit familiengerechte Hochschule verankerten Zielen. Mit Sicherheit tragen die familienfreundlichen Maßnahmen in der Abteilung von Herrn Prof. Uder auch dazu bei, dass hier eine vergleichsweise hohe Zahl von Frauen habilitieren.

Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften erfährt die Auszeichnung für seine besonders erfolgreiche und vorbildliche Berufungspolitik, die einen ausgesprochen bedeutsamen Beitrag zur Beseitigung der Unterrepräsentanz von Professorinnen und damit zur Verwirklichung sowie Sicherung der gleichberechtigten Stellung von Frauen an unserer Universität leistet. So wurden in den letzten 6 Jahren acht Professuren, davon sieben Lehrstühle, mit herausragenden Wissenschaftlerinnen neu besetzt (Frau Professorin Dr. Christina Holtz-Bacha, Frau Professorin Regina Riphahn, Ph. D., Frau Professorin Dr. Nicole Koschate,  Frau Professorin Dr. Kathrin Möslein,  Frau Professorin Dr. Martina Steul-Fischer, Frau Professorin Dr.-Ing. Eva Hartmann, Frau Professorin Dr. Gesine Stephan W 3-Professur sowie Frau Professorin Dr. Nadine Gatzert).
Somit ist Fachbereich Wirtschaftswissenschaften eine äußerst beträchtliche Steigerung des Frauenanteils an den Professuren von 3% auf 24 % im Zeitraum von 2000 bis 2009 zu verzeichnen. Damit liegt der Fachbereich weit über dem Durchschnitt des Professorinnenanteils an unserer gesamten Universität (13% 2008), aber auch über dem an allen Universitäten in Deutschland. 2009 hat der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften obendrein erstmals den bundesweiten Professorinnenanteil der wirtschaftswissenschaftlichen Fächergruppe (unter 20%) überholt.
Die Berufungspolitik des Fachbereich Wirtschaftswissenschaften trägt hierdurch ganz deutlich zur erfolgreichen Erfüllung der Vorgaben der Zielvereinbarungen zur Erhöhung des Frauenanteils an Professuren an der gesamten Rechts- und Wirtschaftwissenschaftlichen Fakultät bei, indem sich hier ein Anstieg des Professorinnenanteils von 2,0 % im Jahr 2000 auf 15,25 % im Jahr 2009 ergibt. Angestrebt wird bis 2012 ein Anstieg auf 17%. In diesem Zusammenhang ist auch das außerordentliche Engagement in Bezug auf die Umsetzung aller Zielvereinbarungen an der Fakultät hervorzuheben.