Antidiskriminierung

Antidiskriminierung

Ziel des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist, „rassistische Diskriminierungen oder jene, die wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität erfolgt sind, zu verhindern oder zu beseitigen“ (§ 1 AGG). Das AGG regelt die Ansprüche und Rechtsfolgen bei Diskriminierungen sowohl für das Arbeitsleben als auch für das Zivilrecht.

Was heißt Diskriminierung?

Diskriminierung ist die Benachteiligung von Menschen aufgrund eines schützenswerten Merkmals bzw. einer geschützten sozialen Kategorie, wie beispielsweise des Geschlechts, der ethnischen Herkunft und rassistischen Zuschreibungen, des Alters, einer Behinderung und einer chronischer Erkrankung, der sexuellen Identität, der Religion oder Weltanschauung, des Familienstatus oder der sozialen Herkunft bzw. des sozialen Status (§ 1 AGG; Antidiskriminierungsstelle des Bundes 2014a: 8ff.), ohne sachliche Rechtfertigung.

Im Alltag existieren selten Einfach-, sondern Mehrfachdiskriminierungen bzw. intersektionale Diskriminierungen. Das bedeutet, dass mehrerer Merkmale oder Kategorien zusammenwirken und zu Benachteiligung führen können. Entscheidend für eine Benachteiligung ist das Ergebnis, nicht jedoch das Motiv oder der Vorsatz (Gedankenlosigkeit, allgemeine Verwaltungspraxis etc.). Gleiches wird ungleich behandelt oder Menschen mit ungleichen Voraussetzungen werden gleich behandelt. (aus: Leitfaden „Diskriminierungsschutz an Hochschulen. Ein Praxisleitfaden für Mitarbeitende im Hochschulbereich“ (PDF) der Antidiskriminierungsstelle des Bundes 2014a: 8ff.).

Ebenen von Diskriminierung

  1. Direkte bzw. individuelle (interaktionale) Ebene: Ausgrenzung und Abwertung durch Verhalten zwischen Individuen
  2. Institutionelle Ebene bzw. strukturelle Ebene: Handeln einer Organisation, Benachteiligungen aufgrund von Gesetzen, Verordnungen, Handlungsanweisungen, institutionelle Routinen einer Organisationskultur die zu asymmetrischer Chancenverteilung führen
  3. Gesellschaftliche Ebene: Diskriminierung durch Vorstellungen, Bezeichnungen und Bildern. Transport von Ideen und Bildern an der Hochschule durch die Wissensproduktion in Form von Medien, Wissenschaftsliteratur, Lehrveranstaltungen- und Konzepten, aber auch im alltäglichen Diskurs (vgl. Antidiskriminierungsstelle des Bundes 2014a: 11).

Sexuelle Belästigung

Sexuelle Belästigung ist ebenfalls eine Diskriminierung bzw. Benachteiligung in Bezug auf § 2 Abs. 1 Nr. 1-4. und § 3 AGG. Die Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg hat zum 23.09.2014 die „Richtlinien zum Umgang mit sexueller Belästigung an der FAU“ (PDF) verabschiedet. Unser Büro informiert zum Umgang mit sexueller Belästigung.

Was sind die Aufgaben des Büros?

Das Büro für Gender und Diversity ist erste Anlauf- und Informationsstelle an der Hochschule in Fällen von unmittelbarer (direkter) Benachteiligung, wenn eine Person weniger günstig als eine Vergleichsperson behandelt wird, wie auch mittelbarer (indirekter) Diskriminierung, durch scheinbar neutrale, für alle geltende Verhaltensweisen, Vorschriften und Regelungen, die sich aber in der Praxis für bestimmte Gruppen benachteiligend auswirken (§ 3 AGG; Antidiskriminierungsstelle des Bundes 2014a: 8-12). Nach der Erstberatung wird gezielt an interne und externe Beratungsstellen weitervermittelt.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Antidiskriminierungsstelle des Bundes sowie in dem Endbericht zu „Diskriminierung in der Hochschule“ (PDF).

Ansprechpersonen