Renate-Wittern-Sterzel-Preis (Gleichstellungspreis)

Über den Gleichstellungspreis

Die Auszeichnung trägt den Namen der Initiatorin des Preises. Damit würdigt die Universität das Wirken von Frau Prof. Dr. phil. Dr. med. habil. Renate-Wittern-Sterzel, i. R., vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, die sich seit nun 28 Jahren engagiert und sehr erfolgreich in ihren verschiedensten Ämtern und Funktionen – mitunter als erste Frauenbeauftragte und erste Prorektorin der Universität – für die Gleichstellung von Frauen und Männern an der Universität eingesetzt hat.

Mit der Auszeichnung ehrt die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg:

  •  Innovative Projekte zur Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern
  •  Vorbildliche Maßnahmen zum konstruktiven Umgang mit und zur Förderung von Vielfalt in der Organisationskultur der FAU mit Bezug auf Diversitäten wie z.B. Ethnie, soziale Herkunft, Bildungsabschluss, Religion, Alter, gesundheitliche Beeinträchtigung und Behinderung sowie sexuelle Identität
  • Einrichtungen beziehungsweise Vorgesetzte, die sich in vorbildlicher Weise für die Familienfreundlichkeit der Universität einsetzen
  • Herausragende quantitative Gleichstellungserfolge, zum Beispiel hinsichtlich des Frauenanteils an Professuren oder der Erreichung der Zielvorgaben im Rahmen der Zielvereinbarungen der Universitätsleitung mit den Fakultäten zur Erhöhung des Frauenanteils in der Wissenschaft
  • Hervorragende wissenschaftliche Leistungen in der Gender und Diversity Forschung

Preisträgerinnen und Preisträger
Der Preis kann Mitgliedern und/oder Einrichtungen der Friedrich-Alexander-Universität verliehen werden.

Höhe und Zweckbestimmung des Preisgeldes
Die mit dem Gleichstellungspreis der Universität Erlangen-Nürnberg ausgezeichneten Mitglieder bzw. Einrichtungen bekommen einen Geldbetrag von 10.000 Euro zugewiesen. Das Preisgeld dient der Fortschreibung bestehender oder der Entwicklung neuer Aktivitäten beziehungsweise als Anschubfinanzierung neuer Projekte im Bereich Gender und Diversity an der Friedrich-Alexander-Universität.

Vorschlagsberechtigte
Anregungen zur Verleihung des Preises können von jedem Mitglied der Friedrich-Alexander-Universität ausgehen. Selbstbewerbung ist ebenfalls möglich.

Bewerbung um den Preis
Die Bewerbungen sind zu richten an:

Präsident
der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Herrn Prof. Dr. Joachim Hornegger
Schlossplatz 4
91054 Erlangen

Die formlose Bewerbung sollte enthalten:

  • Kurzbeschreibung des Projekts beziehungsweise der Maßnahme hinsichtlich Zielsetzung, Adressatenkreis und zeitlichem Rahmen
  • Angabe der verantwortlichen Ansprechpartnerin beziehungsweise des Ansprechpartners unter Angabe von Telefonnummer und Dienstadresse
  • Darlegung der Wirkung des Projekts oder der Maßnahme mit Bezug auf Frauenförderung beziehungsweise der Förderung der Vielfalt in der Organisationskultur der FAU
  • Angaben über die geplante Verwendung des Preisgeldes
  • Kopie des Antrags an das Büro für Gender und Diversity, Frau Dr. Imke Leicht, Bismarckstr. 6, 91054 Erlangen

Die Frist für die Vorschläge beziehungsweise Bewerbungen läuft bis zum 02. Juni 2017.

Vergabe des Preises
Über die Vergabe des Preises entscheidet die Universitätsleitung auf der Grundlage der Empfehlung der Kommission Chancengleichheit. Preisträgerin oder Preisträger werden von der Universitätsleitung und der Frauenbeauftragten der Universität öffentlich bekannt gegeben. Der Preis wird jeweils im Rahmen der Feierlichkeiten des „dies academicus“ der Universität Erlangen-Nürnberg am 6. November 2017 verliehen.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Imke Leicht

Alle Preisträgerinnen und Preisträger

Am 06. November 2017 wurde im Rahmen des Dies Academicus der Renate-Wittern-Sterzel-Preis zur Förderung der Gleichstellung und Vielfalt an der FAU an Prof. Dr. rer. nat. Michael Stürzl verliehen.

Mit der Verleihung des Renate-Wittern-Gleichstellungspreises an Prof. Dr. rer. nat. Michael Stürzl zeichnet die FAU sein außerordentliches Engagement aus, mit dem er zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern sowie zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie an der FAU beiträgt. Unter der Leitung von Prof. Stürzl wurde Anfang 2017 ein Laboratorium für Schwangere am Translational Research Center Erlangen (TRC) eingerichtet. Aufgrund der kontrollierten Einfuhr von ausschließlich nicht gefährdenden Arbeitsstoffen, bietet dieses Labor schwangeren Mitarbeiterinnen im TRC die Möglichkeit, Teilbereiche ihrer Arbeiten unter den gesetzlich vorgegebenen Rahmenbedingungen und ohne eigenes Risiko weiterzuführen. Hintergrund dieses vorbildhaften Pilotprojekts ist, dass aufgrund der vernetzten Arbeits- und Raumstruktur des TRC die Sicherheit und Gesundheit von werdenden oder stillenden Müttern gefährdet sein können. Unter diesen Bedingungen laufen die betreffenden Frauen Gefahr, potentiell mit kritischen Stoffen in Kontakt zu kommen. Dies kann zu einem Beschäftigungsverbot führen, wodurch Frauen im Falle einer Schwangerschaft in ihrer Qualifikationsphase eine deutliche Benachteiligung gegenüber ihren männlichen Kollegen erfahren. Prof. Stürzl regt mit diesem Projekt an, dass künftig bereits bei der Planung neuer Forschungsgebäude die Ausstattung von Laborarbeitsplätzen besser auf die Beschäftigung von Schwangeren ausgerichtet werden sollte. Mit der erstmaligen Einrichtung kontrollierter Arbeitsplätze für die gefahrfreie Beschäftigung schwangerer Frauen gibt Prof. Stürzl einen beispielhaften Impuls, dass schwangeren Frauen künftig vermehrt die Möglichkeit gegeben wird, ihre Arbeiten unter kontrollierten und versicherungstechnisch abgesicherten Bedingungen weiterzuführen. Das Labor im TRC steht allen Mitgliedern der Medizinischen Fakultät offen, womit es zusätzlich einen vorbildlichen Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und zur Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Karriere und Familiengründung an der FAU leistet.

(Bild: FAU/Kurt Fuchs)

Am 04. November 2016 wurde im Rahmen des Dies Academicus der Renate-Wittern-Sterzel-Preis zur Förderung der Gleichstellung und Vielfalt an der FAU sowohl an Prof. Dr. Ingrid Artus (vergleiche linkes Foto, Mitte), Judith Holland (vergleiche linkes Foto, Links) und Stefan Kerber-Clasen vom Institut für Soziologie als auch an Prof. Dr. med. Johannes Kornhuber (vgl. rechtes Foto, Links) als Leiter der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik verliehen.

Mit der Verleihung des Renate-Wittern-Gleichstellungspreises an Frau Prof. Dr. Artus, Judith Holland und Stefan Kerber-Clasen vom Institut für Soziologie würdigt die FAU deren außerordentliches Engagement zur Förderung von Genderforschung im Bereich Arbeitsmarkt- und Gewerkschaftsforschung. Ihnen kommt das besondere Verdienst zu, mit ihrer Forschung zu ‚Gewerkschaften und Gender‘ ein Thema von großer gesellschaftspolitischer und wissenschaftlicher Relevanz aufzugreifen, dessen grundlegende Aufarbeitung im europäischen, vor allem aber auch im deutschen Raum bisher kaum Berücksichtigung fand.

Gleichermaßen würdigt die FAU mit dem Renate Wittern-Sterzel-Preis Prof. Dr. med. Kornhuber als Leiter der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik für das vorbildliche Engagement im Bereich der

(Bild: FAU/Kurt Fuchs)

Frauenförderung durch die Erhöhung des Frauenanteils auf den verschiedenen wissenschaftlichen Karrierestufen an der FAU und dem Universitätsklinikum. Die herausragenden quantitativen Gleichstellungserfolge zeigen sich vor allem hinsichtlich des Frauenanteils an Professuren. Die Klinik und Herr Prof. Dr. med. Kornhuber leisten dadurch einen beispielhaften Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern an der FAU im Allgemeinen und die Umsetzung der Zielvereinbarungen der Leitung der Universität und des Universitätsklinikums mit den Fakultäten zur Erhöhung des Frauenanteils in der Wissenschaft 2013-2017 im Besonderen.

Foto: Kurt Fuchs/ FAU

Mit der Verleihung des Renate-Wittern-Sterzel-Preises zur Förderung der Gleichstellung und Vielfalt an der FAU an Prof. Dr. Peter Bubmann (2. von links) sowie die Geschäftsstelle des Zentrums für Lehrerinnen- und Lehrerbildung der FAU (ZfL) unter Leitung von PD Dr. Birgit Hoyer (2. von rechts) würdigt die FAU das außerordentliche Engagement zur Förderung von Vielfalt in der Wissenschafts- und Organisationskultur der FAU beitragen. Bubmann zeichnet der erfolgreiche und vorbildliche Einsatz für die Förderung der Gleichstellung im Bereich seiner Professur aus. Das ZfL zeigt herausragendes Engagement hinsichtlich der Förderung von Gender- und Diversitykompetenz im Rahmen der Lehrerinnen- und Lehrerbildung.

(Foto: FAU/Harald Sippel)

Der Gleichstellungspreis wurde 2014 an Dr. Meltem Kulacatan und Dr. Riem Spielhaus vom Erlanger Zentrum für Islam und Recht in Europa (EZIRE) verliehen. Damit wird ihr ausgeprägtes Engagement für die Förderung von Vielfalt in der Wissenschafts- und Organisationskultur der Friedrich-Alexander-Universität in besonderer Weise gewürdigt.

Frau Dr. Kulacatan und Frau Dr. Spielhaus haben am 25./26. März 2014 die Fachtagung „Innen-und Außenansicht: Frauen in der Islamischen Theologie im Spannungsfeld von Religion, Macht und Wissenschaft“ organisiert. Ihnen kommt hiermit das besondere Verdienst zu, ein Thema von großer gesellschafts-politischer und wissenschaftlicher Relevanz aufgegriffen zu haben, dessen grundlegende Aufarbeitung im europäischen, vor allem aber auch im deutschen Raum noch ein dringliches Desiderat darstellt. Zielsetzung ist es, Positionen und Personen zu stärken, die sich innerhalb der Islamischen Theologie mit geschlechtersensiblen Ansätzen auseinandersetzen. Angestrebt wird, ein beständiges international und bundesweit orientiertes Forschungs-, Kommunikations- und Publikationsnetzwerk von Akademikerinnen „Gender, Islam und Diversity“ – auch mit dem Blick auf die Schaffung von Stellen – aufzubauen. Die diesbezüglichen Planungen sind schon weit vorangeschritten. Als Publikationsprojekt ist eine Enzyklopädie zu Frauen im Islam vorgesehen.

Verleihung des Renate-Wittern-Sterzel-Preises zur Förderung der Gleichstellung und Vielfalt an der FAU an Thomas A.H. Schöck.

Thomas A.H. Schöck, Kanzler der FAU und Vorsitzender der Kommission Chancengleichheit an der Universität, wird für seinen jahrzehntelangen ebenso engagierten wie erfolgreichen Einsatz für die Familienförderung und Gleichstellung in Wissenschaft und Verwaltung geehrt. Während seiner Amtszeit hat Schöck alle wichtigen Gleichstellungsmaßnahmen an der FAU mit initiiert und federführend an deren Umsetzung und Optimierung mitgewirkt: Meilensteine sind die Gründung des Vereins Familie und Wissenschaft, die Einrichtung des Familienservice, das „audit familiengerechte hochschule“ sowie die Einführung einer proaktiven Berufungspolitik.

Verleihung des Gleichstellungspreises an Prof. Dr. Halit Öztürk durch die Vizepräsidentin der FAU, Frau Prof. Dr. Kley

Der Gleichstellungspreis wurde 2012 an Prof. Dr. Halit Öztürk verliehen für sein Lehrforschungsprojekt „Diversity-Service“. In diesem Projekt identifizieren und analysieren Studierende mit Kooperationspartnern im Universitätsumfeld gemeinsame Fragestellungen zur kulturellen Diversität. Zielsetzung ist, gemeinsam Lösungen für die Wahrnehmung von Vielfalt als Potenzial an der FAU zu entwickeln und ihr Umfeld zu stärken.

Herr Prof. Dr. Halit Öztürk übernahm zum Wintersemester 2010/2011 die Professur für Pädagogik unter besonderer Berücksichtigung interkultureller und internationaler Pädagogik im Department Pädagogik der FAU.  Zu seinen Schwerpunktthemen gehören unter anderem eine diversitätsgerechte Lehre in Form von sensibilisierenden Übungen, eine Stärkung der Kompetenz in Vielfalt von Pädagogik-Studierenden und die Beratung zu Fragen des Umgangs mit Vielfalt in und außerhalb der Universität. Herr Prof. Dr. Öztürk studierte Erziehungswissenschaft, Soziologie und Psychologie an der Freien Universität Berlin (FU Berlin), wo er 2006 im Fachbereich Erziehungswissenschaften und Psychologie auch promovierte. Es folgten Anstellungen als wissenschaftlicher Assistent an der FU Berlin, als Gastlehrer am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien und eine Assistenzprofessur am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

Im Jahr 2011 wurde der Renate-Wittern-Sterzel-Preis nicht vergeben.

v. li n. re.: Vizepräsidentin Prof. Johanna Haberer, Preisträgerinnen Dr. Stefanie Jaursch und Prof. Dr Andrea Abele-Brehm, Präsident Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske
(Foto: Pressestelle der Universität)

Mit dem Renate-Wittern-Sterzel-Preis der Universität wurden im Jahr 2010 Prof. Dr. Andrea Abele-Brehm (Lehrstuhl für Sozialpsychologie unter besonderer Berücksichtigung der Sozialpsychologischen Frauenforschung) und Dr. Stefanie Jaursch (Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Psychologie I) ausgezeichnet.

Prof. Dr. Andrea Abele-Brehm erhielt den Preis für ihr fortwährendes Engagement für die Belange der Gleichstellungspolitik an der FAU. Von 1991 – 1995 war sie Universitätsfrauenbeauftragte. Darüber hinaus engagierte sie sich stets für Weiterentwicklung und Umsetzung von Gleichstellungsmaßnahmen. Sie ist u.a. als Mentorin beim ARIADNEphil-Mentoring-Programm tätig und hat in den letzten Jahren maßgeblich an der Organisation der Emmy-Noether-Vorlesung mitgewirkt. Prof. Abele-Brehm bietet regelmäßig Lehrveranstaltungen zu Gender-Aspekten an und hat mittlerweile rund 16 Frauen promoviert.

Dr. Stefanie Jaursch untersucht und erforscht die Einflüsse der frühen und aktuellen mütterlichen Berufstätigkeit auf die soziale Entwicklung von Kindern. Dabei kam sie zu dem Ergebnis, dass weder die Berufstätigkeit der Mütter noch die Fremdbetreuung der Kinder einen negativen Einfluss auf den Nachwuchs haben. Dieses frauen- und familienpolitisch relevante Forschungsprojekt entspricht dem Leitbild der FAU insbesondere in Hinblick auf die angestrebte Optimierung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Jaurschs Erkenntnisse tragen somit dazu bei, dieses Thema noch differenzierter zu beleuchten und ihre Ergebnisse gewinnbringend für die Balance von Beruf und Familie an der FAU zu nutzen.

v. li n. re.: Vizepräsidentin Prof. Johanna Haberer, Preisträger Prof. Dr. med Michael Uder, Prof. Dr. Martina Steul-Fischer (stellv. für den Fachbereich Wirtschaftswissenschaften), Rektor Karl-Dieter Grüske (Foto: Pressestelle der Universität)

Der Renate-Wittern-Sterzel-Preis wurde im Jahr 2009 geteilt. Ausgezeichnet wurde zum einen der Direktor des Instituts für Diagnostische Radiologie, Prof. Dr. med Michael Uder und zum anderen der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.

Prof. Dr. med Michael Uder entwickelte mehrere innovative – für die gesamte Universität und das Universitätsklinikum Beispiel gebende – sehr flexible, wirksame und überzeugende Arbeitszeitmodelle, die eindrucksvoll und zukunftsweisend zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie im Beruf beitragen. So ermöglicht er in seiner Abteilung den MitarbeiterInnen mit Kindern, während der Schulzeit Arbeitsstunden auf einem virtuellen Arbeitszeitkonto anzuhäufen, wodurch diese große Teile der Schulferien für die Betreuung der Kinder frei nehmen können. Teilzeitkräfte haben zudem die Möglichkeit, die Tagesarbeitszeit an vier Tagen zu erhöhen, um einen Tag die Woche frei zu nehmen, was wiederum die Kosten für eine Kinderbetreuung erheblich reduzieren kann. Zudem besteht bei Erwerbstätigkeit während der Elternzeit das Angebot, die Arbeitszeiten flexibel einzuteilen (nur Nachtdienst, Verlegung der Arbeitszeit auf einen einzigen Wochentag bzw. Anpassung des Arbeitsbeginn an die Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen). Dieses ausgesprochen frauen- und familienfreundliche Konzept entspricht in vorbildlicher Weise dem Leitbild der Universität in Bezug auf Balance von Beruf und Familie und den im Rahmen des audit familiengerechte Hochschule verankerten Zielen. Mit Sicherheit tragen die familienfreundlichen Maßnahmen in der Abteilung von Herrn Prof. Uder auch dazu bei, dass hier eine vergleichsweise hohe Zahl von Frauen habilitieren.

Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät erfährt die Auszeichnung für seine besonders erfolgreiche und vorbildliche Berufungspolitik, die einen ausgesprochen bedeutsamen Beitrag zur Beseitigung der Unterrepräsentanz von Professorinnen und damit zur Verwirklichung sowie Sicherung der gleichberechtigten Stellung von Frauen an unserer Universität leistet. So wurden in den letzten 6 Jahren acht Professuren, davon sieben Lehrstühle, mit herausragenden Wissenschaftlerinnen neu besetzt (Frau Professorin Dr. Christina Holtz-Bacha, Frau Professorin Regina Riphahn, Ph. D., Frau Professorin Dr. Nicole Koschate,  Frau Professorin Dr. Kathrin Möslein,  Frau Professorin Dr. Martina Steul-Fischer, Frau Professorin Dr.-Ing. Eva Hartmann, Frau Professorin Dr. Gesine Stephan W 3-Professur sowie Frau Professorin Dr. Nadine Gatzert).
Somit ist Fachbereich Wirtschaftswissenschaften eine äußerst beträchtliche Steigerung des Frauenanteils an den Professuren von 3% auf 24 % im Zeitraum von 2000 bis 2009 zu verzeichnen. Damit liegt der Fachbereich weit über dem Durchschnitt des Professorinnenanteils an unserer gesamten Universität (13% 2008), aber auch über dem an allen Universitäten in Deutschland. 2009 hat der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften obendrein erstmals den bundesweiten Professorinnenanteil der wirtschaftswissenschaftlichen Fächergruppe (unter 20%) überholt.
Die Berufungspolitik des Fachbereich Wirtschaftswissenschaften trägt hierdurch ganz deutlich zur erfolgreichen Erfüllung der Vorgaben der Zielvereinbarungen zur Erhöhung des Frauenanteils an Professuren an der gesamten Rechts- und Wirtschaftwissenschaftlichen Fakultät bei, indem sich hier ein Anstieg des Professorinnenanteils von 2,0 % im Jahr 2000 auf 15,25 % im Jahr 2009 ergibt. Angestrebt wird bis 2012 ein Anstieg auf 17%. In diesem Zusammenhang ist auch das außerordentliche Engagement in Bezug auf die Umsetzung aller Zielvereinbarungen an der Fakultät hervorzuheben.

v.l.n.r. Vizepräsidentin Prof. Johanna Haberer, Preisträgerin Dr. Sabina Enzelberger, Rektor Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske (Foto: Pressestelle der Universität)

Dr. Sabina Enzelberger wurde dafür ausgezeichnet, dass sie durch ihre unermüdliche Arbeit die Gleichstellung von Frauen an der Universität Erlangen-Nürnberg so weit vorangebracht hat, dass diese im Jahr 2008 die Auszeichnung der Bayerischen Staatsregierung für das beste Konzept einer Hochschule bei der Verwirklichung des Gleichstellungsauftrags für die vollständige Umsetzung des hochschulrechtlichen Instrumentariums der Zielvereinbarungen mit den Fakultäten und Mittel für das Professorinnenprogramm erhalten hat. Die Initiative für diese und viele andere Projekte zur Gleichstellung geht dabei besonders vom Amt der Zentralen Frauenbeauftragten und ihres Büros aus, dessen Leiterin seit 1998 Dr. Sabina Enzelberger ist.
Ihr nie gebrochenes Engagement in der Beratung und Unterstützung von Studentinnen und Wissenschaftlerinnen zahlt sich für die Universität in vielfältiger Weise aus, wobei hier nur die wichtigsten Erfolge aufgezählt werden können. 2003 wurde unter maßgeblichem Anteil von Dr. Sabina Enzelberger die AG Chancengleichheit ins Leben gerufen. Unter ihrer Leitung kam es zum Abschluss von Zielvereinbarungen mit den Fakultäten zur Erhöhung des Frauenanteils und die damit verbundenen Maßnahmen und Programme wie die drei Mentoring-Programme ARIADNETechNatARIADNEmed und ARIADNEphil. Ebenso groß ist ihr Anteil am Aufbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und der Ferienbetreuung, an der Gründung des Fördervereins Familie und Wissenschaft, dem Aufbau und der Konzeptionierung der Familienservicestelle und eines umfangreichen Karriereförderprogramms mit mannigfaltigen Seminarangeboten. Als Projektleiterin hat sie das audit familiengerechte hochschule der berufundfamilie GmbH forciert und so erfolgreich begleitet, dass die Universität sich seit 2008 zertifiziert „familiengerechte Hochschule“ nennen darf.

v. li n. re.: Preisträgerin Prof. Dr. Renate Wittern-Sterzel und Rektor Karl-Dieter Grüske (Foto: SG Öffentlichkeitsarbeit)

Mit dem Gleichstellungspreis der Friedrich-Alexander-Universität, der von der Hochschulleitung seit 2005 vergeben wird, wurde 2007 Prof. Dr. phil. Dr. med. habil. Renate Wittern-Sterzel vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin ausgezeichnet.

Die Auszeichnung würdigt das Wirken von Frau Wittern-Sterzel, die sich fast zwei Jahrzehnte intensiv und mit viel Engagement in ihren verschiedensten Ämtern und Funktionen für die Gleichstellung von Frauen und Männern an der Universität eingesetzt hat.

Als erste Frau, die das neu geschaffene Amt der Frauenbeauftragten von 1989 bis 1991 innehatte, leistete Frau Wittern-Sterzel mühevolle und wichtige Pionierarbeit auf dem Feld der universitären Gleichstellungspolitik. Nicht nur verschaffte sie durch ihren Einsatz und ihrer Persönlichkeit dem Amt der Frauenbeauftragten Respekt, sie trug auch dazu bei, die Gleichstellungspolitik an der Universität zu institutionalisieren und Defizite im Bereich der Gleichstellung – oder anders ausgedrückt die marginalisierte Situation von Frauen im Wissenschaftsbetrieb – zu dokumentieren und publik zu machen.

Auch in ihrer späteren Tätigkeit als Prorektorin der Universität von 2002 bis 2006 leistete Frau Wittern-Sterzel kontinuierlichen, nachhaltigen und engagierten Einsatz  für die universitäre Gleichstellungspolitik. Dieses fortwährende Engagement beeindruckte auch Rektor Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske: „Sie haben durch Ihre intellektuelle Präsenz die Sache der Frauen unnachahmlich vertreten“, lobte er Frau Wittern-Sterzel anlässlich der Preisverleihung.

Durch die zahlreichen von Frau Wittern-Sterzel initiierten und unterstützten Projekten, eröffneten sich durch ihr Engagement neue Wege zur Erreichung von mehr Chancengleichheit. Beispielhaft zu nennen, sind hier:

Preisträgerin Prof. Dr. Renate Wittern-Sterzel

  • AG Chancengleichheit, in der sich Frau Wittern-Sterzel von 2003 bis 2009 als Vorsitzende engagierte
  • Gleichstellungspreis (seit 2009 Renate-Wittern-Sterzel-Preis) der Universität, den Frau Wittern-Sterzel 2005 ins Leben rief und für welchen sie im Jahr 2005 das Preisgeld stiftete
  • Verankerung des Genderaspekts in den neuen Studiengängen
  • Einführung geschlechtergerechter Sprache
  • Einführung des Präsidialfonds für Gleichstellungsmaßnahmen sowie der Zielvereinbarungen zur Erhöhung des Frauenanteils in der Wissenschaft
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf/Wissenschaft, Gründungs- und Fördermitglied des Fördervereins Familie und Wissenschaft e.V.
  • Emmy-Noether-Vorlesung

Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wurde von unserer Universitätsleitung gestiftet. Frau Prof. Dr. Dr. Wittern-Sterzel spendete das Preisgeld dem Förderverein Familie und Wissenschaft e.V..

Mit dem Gleichstellungspreis, den die Universität im Jahr 2005 zum ersten Mal vergeben hat, wurde 2006 Herr Prof. Dr. Matthias Jestaedt, Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Frauenbeauftragter der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (damals Juristische Fakultät), ausgezeichnet. Neben der engagierten Wahrnehmung seiner alltäglichen Pflichten eines Fakultätsfrauenbeauftragten richtete sich das Augenmerk von Herrn Jestaedt in den letzten Jahren im Besonderen auf vier für die Gleichstellungsproblematik an Hochschulen besonders relevante Fragestellungen:

Wie stellt sich die Förderaufgabe und wie stellen sich allfällige Fördererfolge dar? Zahlen – Daten – Fakten

Nach Art. 2 Abs. 1 S. 8 des Bayerischen Hochschulgesetzes (BayHSchG) gehört es zu den Aufgaben der Hochschulen, die Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu fördern und auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinzuwirken. Dabei ist das Ziel der Förderung gemäß „vor allem die Erhöhung des Anteils der Frauen in der Wissenschaft“. Um dieser Aufgabe aber nachkommen, bedurfte es belastbarer statistischer Erhebungen zum Anteil von Frauen in der Wissenschaft (sowie zur Entwicklung dieses Anteils über die Jahre). Zu diesem Zwecke trug Herr Prof. Jestaedt in Eigeninitiative Zahlen und Daten für die unterschiedlichen Bereiche der Juristischen Fakultät – von den Studierenden über die Absolvent(inn)en, die Doktorand(inn)en, die Mitarbeiter(innen) bis hin zu den Professor(inn)en – zusammen.

v. li n. re.: Preisträger Prof. Dr. Matthias Jestaedt, Vizepräsidentin Prof. Johanna Haberer, DAAD-Preisträgerin Maija Sadurska, Rektor Karl-Dieter Grüske (Foto: SG Öffentlichkeitsarbeit)

Erstmals im Juni 2005 konnte – verantwortet von Herrn Jestaedt – die Broschüre „Frauen an der Juristischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Zahlen & Daten“ (12 S.) erscheinen. Damit ist ein erster Anlauf genommen, ein möglichst umfassendes und ausdrucksstarkes Bild von der Situation des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses im Fachbereich Rechtswissenschaft zu gewinnen und gezielte Maßnahmen der Frauenförderung ohne Effektivitätsverluste zu ermöglichen.

Welche Förderangebote gibt es, wer bietet sie an, und an wen kann man sich wenden?

Nicht selten scheitert die erfolgreiche Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses bereits an Elementarem, nämlich daran, dass seitens der Förderungsberechtigten Unkenntnis darüber besteht, welche konkreten Förderangebote bestehen, wer sie unterbreitet und an wen man sich zwecks Antragstellung zu wenden hat. Just die Vielfalt, das In- und Nebeneinander von Fördermaßnahmen auf Fakultäts- und namentlich auf Universitätsebene (Büro der Frauenbeauftragten, aber auch Maßnahmen der Universitätsleitung) dürfte im Jahr 2006 vielen Studentinnen und Mitarbeiterinnen noch unbekannt oder doch unklar gewesen sein. Um diesem Defizit abzuhelfen, hat Herr Jestaedt eine weitere Broschüre herausgegeben, in der neben allgemeinen Informationen zur Frauenförderung eine Übersicht über die Angebote für Studentinnen und Wissenschaftlerinnen wie beispielsweise technische, strategische, finanzielle und inhaltliche Unterstützungsmöglichkeiten gegeben wird; daneben werden jeweils Stellen zu weiterführenden Informationen genannt („Frauenförderung an der Juristischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg“, Januar 2006, 24 S.).

Daneben richten Informationsabende das Augenmerk der Studentinnen und Wissenschaftlerinnen auf das Angebot der Frauenförderung. Auch im Rahmen dieser Veranstaltungen werden die Interessentinnen über die Maßnahmen der Frauenförderung im Allgemeinen und das Angebot an spezifischen Fortbildungsmöglichkeiten sowie über diverse Stipendien und sonstige Unterstützung informiert. Die Teilnehmerinnen bringen aber auch von ihrer Seite Anregungen und Wünsche hinsichtlich gezielter Frauenförderung ein.

Zielvereinbarung

Zu den wesentlichen Aufgaben und Erfolgen der letzten Jahre zählte zweifelsohne die Aushandlung und der Abschluss der Zielvereinbarung der Universitätsleitung mit der Juristischen Fakultät und zur Steigerung des Frauenanteils in der Wissenschaft am 27. Juli 2005. Herr Jestaedt setzte sich in diesem Zusammenhang besonders intensiv mit der Frage möglicher diesem Ziel entsprechenden und auf die besondere Situation der Juristischen Fakultät bezogenen Maßnahmen auseinander.

Inzwischen wurden die Zielvereinbarungen 2008 aufgrund der Fusion mit der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät zur Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät modifiziert.

ALexA (Peer-)Mentoring im Fachbereich Rechtswissenschaft

Recherchen seitens Herrn Jestaedts im Fachbereich der Rechtswissenschaft anderer Universitäten in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz sowie an nicht-rechtswissenchaftlichen Fakultäten ließen (und lassen) eine andere besondere Form des Mentoring als eine der Juristischen Fakultät möglicherweise adäquate Form intensiver Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses erscheinen, für welche derzeit die Planungen laufen: das so genannte Peer-Mentoring.

Im Gegensatz zum klassischen Mentoring, bei dem es zur Bildung von Zweierteams kommt, werden beim Peer-Mentoring größere Gruppen (oder auch nur eine größere Gruppe) gleichrangiger Teilnehmerinnen gebildet, die sich zuvörderst wechselseitig unterstützen und ein Netzwerk bilden. Dem weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs wird durch das ALexA Peer-Mentoring-Programm ein kostengünstiger Rahmen gegeben, von wechselseitigen Erfahrungen zu profitieren, gemeinsamen Schwierigkeiten auf den Grund zu gehen, immer wieder auftretende Hindernisse gemeinsam zu überwinden, Vorbilder zu finden und Netzwerke zu knüpfen.

Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wurde in diesem Jahr von der Universitätsleitung der Universität Erlangen-Nürnberg gestiftet.

von links nach rechts: Dr. Gabriele Spenger (ehem. Frauenbeauftragte der Technischen Fakultät); Dr. Anna Malarski (ehem. stellv. Frauenbeauftragte der Technischen Fakultät), Prof. Dr. Sannakaisa Virtanen (ehem. Frauenbeauftragte der Technischen Fakultät), Prof. Dr. Nadejda Popovska (ehem. stellv. Frauenbeauftragte der Technischen Fakultät), Prof. Dr. Renate Wittern-Sterzel (ehem. Prorektorin der Universität), Prof. Dr. Alfred Leipertz (ehem. Dekan der Technischen Fakultät) (Foto: SG Öff/Malter)

damalige Prorektorin Prof. Dr. Renate Wittern-Sterzel übergab den Gleichstellungspreis an den damaligen Dekan der Technischen Fakultät, Prof. Dr. Alfred Leipertz.(Foto: SG Öff/Malter)

Mit dem Gleichstellungspreis, den die Universität im Jahr 2005 zum ersten Mal vergeben hat, wurde die Technische Fakultät ausgezeichnet, die sich mit besonderen Maßnahmen und Projekten für die Gleichstellung von Frauen und Männern einsetzt – zum Beispiel mit dem Mädchen- und Technik-Praktikum, dem Mentoring-Programm AriadneTechNat und dem Girls‘ Day. Stellvertretend für die Fakultät nahmen den Preis der Dekan der Fakultät, Prof. Dr. Alfred Leipertz, die damalige Frauenbeauftragte der Fakultät, Prof. Dr. Sannakaisa Virtanen, die Organisatorin des Girls‘ Day, Prof. Dr. Nadejda Popovska, Anna Malarski, die das Mädchen+Technik-Praktikum organisierte, sowie Gabriele Spenger, die Initiatorin des Ariadne-Programms und ehemalige Frauenbeauftragte der Fakultät, entgegen. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wurde in diesem Jahr von der Prorektorin der Universität Erlangen-Nürnberg und ersten Frauenbeauftragten der Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. Dr. Renate Wittern-Sterzel, gestiftet.